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Auf Weihnachtsfeiern passieren seltsame Dinge. Und obwohl ich auf der letzten gar nicht dabei war, wurde ich bestens informiert, denn meine Franks (= meine Triathlonkollegen, Erklärung in meinen Büchern) schreiben selbst über solche Gelage ein Protokoll. Die Wunschliste für das kommende Jahr. Früher am Abend wurde beschlossen, dass wir wieder gemeinsam an der Winterlaufserie teilnehmen, zu späterer Stunde kristallisierte sich die Januarchallenge aus dem Rotweinnebel. Jeden Tag laufen war der erste Challenge-Gedanke für den Januar. Sowas machen schließlich nicht nur Franks, ganze Millionen von Einträgen finden sich unter dem Begriff „Streak“. Aber die Frank-Challenge hatte noch eine kleine feine Besonderheit: Jeden Tag einen Kilometer mehr laufen, also die Strecke vom Datum bestimmen lassen.

Hat das schon Mal jemand gemacht? Ist das lustig? Geht das überhaupt?

Die Weihnachtsfeier war vorbei, die Idee blieb.2022 01 29 10.03.13kl

„Machst du da mit?“, fragte mich der Frank, der auch als Energiebolzen Bamm-Bamm bekannt ist.

„Ich habe darüber nachgedacht“, antwortete ich ausweichend, obwohl so ein Satz eigentlich schon eine Zusage ist. „Aber ich habe Mal gerechnet, was da für Kilometer zusammenkommen, das ist…“

Bamm-Bamm unterbrach mich: „Rechnen darfst du nicht. Nur einfach machen.“

Also waren wir verabredet.

„Solange, jeweils das Datum laufen, wie es Spaß macht“, hatte der Bamm-Bamm-Frank den Aufruf in der social Media Gruppe gestartet.

Anscheinend machte es niemandem Spaß, oder sie haben doch gerechnet.

Also waren wir zu zweit.

496 km in einem Monat.

Die erste Woche war sehr gemütlich, selbst wenn ich noch den ein oder anderen Zusatzkilometer einschob. Das Datum blieb unser Taktgeber. Drei Kilometer, vier Kilometer, da war ich so schnell wieder zu Hause, dass ich normalerweise dafür gar nicht erst losgegangen wäre. Genau darum geht es ja auch, einfach Mal rausgehen, obwohl es im Januar natürlich kalt und dunkel ist. 2022 01 20 17.36.40klEin Streak lässt sich nie auf den nächsten Tag verschieben, weil die Laufsträhne einfach nur so lange zählt wie man täglich dabei ist.

Nun war ich also die Pebbles zum Bamm-Bamm und allabendlich beobachteten wir online unsere Geröllheimer und Feuerstein-Strecken. Tag Sechs, Sieben, Acht …

Dann kamen die zweistelligen Tage, die Abendrunde wurde zehn, elf, zwölf Kilometer lang und ich fand das schon ziemlich anspruchsvoll. Wer täglich zehn Kilometer läuft, hat am Ende ein Wochenpensum von 70 Kilometern und das ist schon mehr als meine üblichen 60.
Ich setzte mir Tag 20 als Ziel und um bis dahin gut durchzukommen, fing ich an, die Strecke aufzuteilen: Morgens fünf, abends zehn Kilometer. So bleibt der Körper frisch, dachte ich mir.

Da ich lauftechnisch aber eher der Traktor als das Rennauto bin, sind 5000 oder 6000 Meter immer gerade so lang, dass der Kreislauf in Schwung kommt und es lustig wird. Ich bekam also schon am 18.ten Tag schlechte Laune, weil ich zwar ständig regeneriert war, aber auch morgens und abends unter der Dusche stand und das Laufen die ganze Freizeit dominierte, während es eigentlich gar keinen Spaß mehr machte. Zudem kam ich nicht weiter herum, als einmal durchs Viertel.

Ein Abenteuer musste also dringend die Datumsroutine unterbrechen. Da kam mir gelegen, dass ich am 19. Januar nach der Arbeit noch einen Termin hatte. Also war die Option das Datumslaufen zu beenden – oder früh aufzustehen. 2022 01 28 17.20.05klDie Entscheidung traf mein Unbewusstes, es weckte mich morgens um fünf Uhr ohne Wecker und mein erster Gedanke war: Schuhe anziehen! Ohne Frühstück trabte ich in die morgendliche Nacht und war gespannt, ob ich Fuchs und Käuzchen treffen würde. Nach einer Stunde zwischen Wald und Laternen tauchten die ersten Radfahrer auf, die zur Schule oder zur Arbeit rollten, ein paar Gassigänger mit Hund und schließlich begegnete mir ein Läufer. Mit Leuchtweste, Rucksack, also auch kein Sprinter. Eine Weile schlappten wir nebeneinander.

„Na, auch so früh unterwegs?“

„Yo, ich laufe das Datum. Da muss man am 19. schon Mal früh aufstehen“

„Stimmt. Ich laufe zehn Kilometer zur Arbeit und abends wieder zurück.“, erklärte er, ohne sich über mein Projekt zu wundern.

Solche Leute trifft man also morgens auf der Trasse. Danach war ich euphorisch und die täglichen Videokonferenzen fielen mir leicht. Trotzdem war ich sicher, dass ich das kein zweites Mal hinbekam, meistens schlafe ich einfach um diese Zeit.

2022 01 29 12.09.31klTag 20 nahte. Ich regenerierte mich zwischen Schreibtisch und digitalen Sitzungen so gut ich konnte und plante für den 20ten meinen Abschlusslauf. Nicht morgens zehn und abends zehn, sondern so richtig eine schöne große Runde. Sightseeing und die Welt entdecken, oder zumindest Bochum. In deutlich weniger als zwei Stunden sauste ich über den selbst erdachten Parcours und fand den Abend göttlich.

„Wow“, schrieb Bamm-Bamm beim Betrachten meines Tracks und „Yeah!“ dachte ich mir, „Es macht also doch noch Spaß!2022 01 29 10.43.59kl

„Jetzt wird es interessant“, kommentierte ein Laufkollege, als ich die Strecke hochgeladen hatte und ich wunderte mich, wieso.

Das Abenteuer war doch schon vorbei: Ich war 20 Tage lang täglich gelaufen und ich wusste nun, dass ich 20 Kilometer lieber am Stück laufe als zwei Mal zehn.

Aber dann war da noch so ein kleines grünes Männchen auf meiner Schulter, das flüsterte mir ins Ohr: „Der Januar hat übrigens 31 Tage, nicht 20.“

„Na und?“, erwiderte ich widerspenstig, wer hat das schon erfunden mit den Monaten.2022 01 21 17.18.12kl

„Ja, aber könntest du denn vielleicht auch 22 Kilometer am Stück laufen und Spaß haben, das ist doch auch nicht viel mehr als 20“, flüsterte der Grünling. Dabei war er genauso naiv, wie die Menschen mit denen ich über das Datumslaufen sprach.

21 Kilometer, das kannten viele vom Halbmarathon, das schien nicht so kompliziert. Auch 30 laufen diejenigen, die für einen Marathon trainieren gelegentlich.

Aber niemand bedachte, was es bedeutet 22000 Meter zu laufen nachdem man am Vortag einen Halbmarathon gerannt ist und wie das ist, 26 Kilometer zu absolvieren nachdem der Vortag 25 zu bieten hatte und der Vorvortag 24. Niemand wusste, wie sich das anfühlt, es gab keine Berichte dazu, keine Erfahrungen, es war ein Experiment mit mir selbst und meinem Leben, das ich jeden Tag erneut um 24 Stunden verlängerte.

Das grüne Männchen klopfte mir auf die Schulter und flüsterte „Abenteuer“, wir kauften abends Berge von Nudeln, Keksen, Smoothies, Karottensaft und Mineralwasser und machten Dehnübungen.

Es begann eine neue Dimension.

220 Wochenkilometer allein in der Abschlusswoche, 90 davon in den letzten drei Tagen. Ein Etappenlauf im Datumsformat.

2022 01 30 10.08.40klIch konnte keine Kilometer bunkern oder später abarbeiten, ich musste jeden Tag erneut das Rätsel lösen, wie ich die zweistelligen Kilometerzahlen in meinen Tagesablauf einbauen konnte.

Ich radelte von einem Lauftreff zum nächsten, begann aber auf meine Mittagsspaziergänge zum Bäcker zu verzichten, pflegte die Beine mit Bürstenmassagen und ging ohne gutes Buch und ohne Partner zu Bett. Es hieß, Prioritäten zu setzen.

Wofür ich denn trainieren würde, fragten mich einige, aber ich trainierte schon lange nicht mehr, es war ein Projekt, ein Abenteuer, eine Forschungsaufgabe.

Während Bamm-Bamm und ich zunächst als Gegner angesehen wurden, wer denn nun länger durchhalten würde, waren wir bald Verbündete im Wettkampf mit dem Januar, der sich zum Ranuar verwandelte. 2022 01 31 20.49.18kl

An den Wochenenden trafen wir uns zum gemeinsamen Laufen und die Vereinskollegen begleiteten uns. Sie gewöhnten sich daran, dass wir mitunter mitten im Gespräch umdrehten, weil die jeweilige Kilometerzahl erreicht war. Wer 25 Kilometer am Tag nach den 24 läuft, der will nicht Mal eben einen Zusatzkilometer dranhängen. Oft genug lief ich die letzten 500 Meter als Runde um den Häuserblock, um punktgenau herauszukommen und mein ebenfalls laufbegeisterte Nachbar rief dann vom Balkon: „Super, bis morgen!“

Das Leben hatte sich komplett verändert, meine Post blieb ungelesen, der Staubsauger stand unberührt, in jeder Ecke trockneten Klamotten und mein Verbrauch an Badedas, Haferflocken und Socken stieg enorm.

Dann kam der 27. Januar, ein Donnerstag. Der Arbeitstag war lang und ohne Pausen, das Wetter stürmisch, nass und kalt. Abends um 18 Uhr startete ich zu meiner langen Runde, war nach zehn Minuten völlig durchnässt, vertilgte nach 15 Kilometern gierig meinen Müsliriegel und klingelte bei Kilometer 22 bei einem Frank. „Hast du Kekse?“

Solche Leute muss man kennen, die sich dann nicht wundern, sondern einfach die Keksdose aufmachen.

diedrei imtunnel„Das ist das Ende der Challenge“, dachte ich am nächsten Morgen. Denn ich war immer noch hungrig und durstig und meine Beine gehorchten mir nur mäßig.

Aber nun war Freitag, ich konnte früher als sonst aufhören zu arbeiten und außerdem brauchte ich neue Schuhe.

Laufe ich eben zum besten Dealer bei Wat läuft in die Weltstadt Wattenscheid, sagte ich mir.

Kaum trabte ich auf der Erzbahn, kam die Sonne heraus und zufällig ein Frank auf dem Fahrrad angerollt, er begleitete mich ein Stück und die Welt war gut. 2022 01 28 15.58.10kl

Nach dem Schuhwechsel lief es sich sowieso wieder locker und überhaupt, wer will denn so kurz vor Schluss schon aufhören?

Kurz ist allerdings relativ. Nur noch drei Tage, das hieß: 90 km.

„Was für ein Irrsinn“, sagte ich.

„Interessante Aufgabe“, konterte das grüne Männchen.

Am 30. Januar gab es noch einen sehr schönen Ausflug, ich rannte mit sechs Herren im Sonnenschein um den Halterner Stausee bis mein Pensum erledigt und nur noch ein Herr übrig war.

Es war Sonntag, ich verbrachte den Nachmittag auf der Couch und während ich mir Kirschkuchen in den Mund schob, wurde mir klar: Ich bin im Finale!

Ein einziger Tag trennte mich noch vom Ziel. Ein Tag! 31 Kilometer.

Bamm-Bamm und ich planten diese Tour gemeinsam anzugehen, wir hatten eine schöne Strecke ausgesucht, sogar eine Radbegleitung sagte sich an. Es sah alles nach einem traumhaften Abschluss aus.2022 01 31 21.02.46kl

Aber Montag, wie könnte ein Montag im Januar einfach nur nett sein. Es stürmte, es regnete, die Radbegleitung wurde krank, im Büro spielte ein wichtiges Gerät verrückt und dann auch noch das: Ich war nervös! Seit über 40 Jahren laufe ich, seit 25 Jahren bestreite ich Wettkämpfe und jetzt bibberte ich, als sollte ich den Nanga Parbat erklimmen. Was denn nun, wenn uns der Sturm, einen Baum vor die Füße warf, wenn ich mir noch den Fuß verstauchte oder den Magen verdarb? Ich war irgendwohin gekommen, wo ich nie hin wollte und jetzt trotzdem nicht wieder weg.

Es stand so viel auf dem Spiel.

„Ist es nicht toll, dass es trotz aller Routine noch so aufregend ist?“, tröstete mich ein Freund und natürlich hatte er Recht. Aber was heißt schon Routine, ich war noch nie nach Datum gelaufen und was heute schief ging, konnte ich anderntags nicht nachholen. Ich hatte keinen Appetit, studierte die Wetterkarte und konnte es kaum erwarten, endlich die Laufschuhe anzuziehen.

Einfach machen. Das Finale.

Ich rannte mit Regenschirm in der Hand den einen Kilometer zum Start, wo mein Ranuar-Kollege sein Auto hatte und ich eine Jacke deponieren konnte. Wir schossen ein verwackeltes Startfoto, schickten einen Tracking-Link an die Vereinskollegen und starteten unsere Uhren.

Manche Abenteuer beginnen ganz unspektakulär.

Wir liefen in einem flotten Tempo von deutlich weniger als sechs Minuten pro Kilometer, aber Bamm-Bamm sagte sein Puls sei niedrig und meinen haben wir nicht gemessen.Hochwasser

Seltsamerweise konnte ich mich trotz des Tempos noch unterhalten, wahrscheinlich weil der Wind so viel Sauerstoff in den Körper blies. Glücklicherweise bremste uns die ein oder andere Ampel aus, ehe wir jenseits der Königsallee den höchsten Punkt der Tour erreichten. Dann abwärts Richtung Fluss konnten wir die Beine rollen lassen, den Blick auf das nächtliche Lichtermeer der Stadt gerichtet. Nachdem wir das Ruhrtal erreicht hatten, liefen wir windgeschützt im Wald, das Tempo hatte sich etwas beruhigt, Bamm-Bamm verspeiste die ersten Riegel und ich hoffte einfach, dass ich für 31 Kilometer und 250 Höhenmeter nicht so viele Kalorien brauchte, weil ich bei dem Tempo nicht kauen konnte. Wir passierten die nächste Brücke und sahen plötzlich, dass die Januar-Ruhr deutlich über die Ufer trat. Statt zu schwimmen, wichen wir in die matschigen Wiesen aus.

„Ich habe keine Trailschuhe an“, sagte Bamm-Bamm, „Ich dachte, das ist doch alles Asphalt.“

So ist das mit den Abenteuern, da hat man statt befestigter Wege plötzlich Morast und Kneippkur. Nach einiger Zeit tauchte aber der Leinpfad wieder auf und wir fanden unseren gleichmäßigen Laufrhythmus. Ein Reiher startete direkt vor unserer Nase, ein dickes Nutria platschte in den Fluss, ansonsten keine Lebewesen, nur das Rauschen der Ruhr, der Wind. Doch mit einem Mal tauchte vor uns aus der Dunkelheit eine Fata Morgana auf, anders konnte ich es mir nicht erklären, es sah wie ein großes erleuchtetes Gebäude aus.

„Hier wohnt doch gar keiner“, stellte ich fest.

„Komisch“, stimmte mir Bamm-Bamm zu, der die Lichter immerhin auch sah.

Im Näherkommen erkannten wir, dass es die voll besetzte Wasserwacht war. Damit war klar, dass sich die Ruhr auch den nächsten Wegabschnitt gekapert hatte. Wir mussten auf die Straße ausweichen, die um diese Zeit erstaunlich befahren war. Ich orientierte mich am weißen Seitenstreifen, unsere Leuchtwesten blitzten in den Scheinwerfern. Schritt für Schritt weiter, der letzte Tag.Das Finale.

Was für ein Weltenwechsel, als wir endlich wieder an die Ruhr abbiegen konnten, Stille, Wind, die Autos nur wie das ferne Grummeln von Dinosauriern.
„Da vorne wohnt meine Kollegin“, frohlockte ich und tatsächlich hatte auch sie unserem Tracking gefolgt und begrüßte uns in der feuchten Dunkelheit. Zeit für ein Schwätzchen und für mich, um endlich etwas zu essen.2022 01 31 19.53.26kl

Die weitere Wegführung war unklar, würde uns das Hochwasser den Weg versperren? Der Abenteuergeist siegte, wir wollten es versuchen. Der Anfang, also das Stück, wo wir leichten Fußes noch umgekehrt wären, war relativ trocken. Dann folgten ein paar unfreiwillige Tanzeinlagen. Dort wo das Wasser gerade abgeflossen war, lag eine schmierige Matschschicht auf dem Weg und wir jonglierten mit unseren nassen Turnschuhen durch Pfützen, Wiesenbuckel und Rutschpisten.

„Uauaua“, rief Bamm-Bamm und  „Uiuiii“ quietschte ich, während wir hüpften und taumelten. Pebbles und Bamm-Bamm bei der Schlamm-Polka.

Ansonsten war nur das leise Rufen der Kanadagänse zu hören, die uns erstaunt vom Fluss aus beobachteten. Schließlich die Ruhrbrücke, der Tunnel zur Straße und das Abenteuer bestand nun vor allem darin, mit den restlichen Kräften die zähe Steigung der Springorumtrasse aufwärts zu traben.

Noch acht Kilometer.

„Du kannst doch jetzt Mal ein paar Liegestützen machen“, forderte ich meinen kraftstrotzenden Begleiter auf. Bumms, lag er auf der Trasse und stemmte seinen jugendlichen Body, während ich kichernd fotografierte.

Als Ranuar-Läufer erlebt der Mensch Unglaubliches.

Kaum wollte ich mit dem Schicksal der letzten Anstrengung hadern, tauchte eine Radfahrerin aus der Dunkelheit auf und gerade als ich dachte, wer radelt da bei dem Wetter, stellte ich fest, dass es eine Freundin war. Mit Umarmung gedopt und plaudernd lief es sich gleich viel leichter. Sie radelte mit, bis uns ein Frank entgegen gelaufen kam und die Begleitung übernahm.

„Wie viele Kilometer habt ihr jetzt eigentlich?“ fragte er.2022 01 31 19.56.37kl

„496 und ein paar Zerquetschte“, antworteten wir.

520 km habe ich letztendlich insgesamt notiert, in den ersten Tagen war ich das Datum ja noch etwas großzügig gelaufen.

Wir gönnten uns noch eine Gehpause und Bamm-Bamm einen Zwischenspurt, weil seine Uhr 500 Meter weniger anzeigte als meine. Dann sah ich die Lichter auftauchen, die da blinkten wie eine applaudierende, hell erleuchtet Fan-Menge. Dass es die Straßenlaternen waren, die dort immer an der Trasse stehen, tut nichts zur Sache. Der Applaus rauschte in meinen Ohren, der Frank sagte: „Im März fahre ich in Urlaub“ und Bamm-Bamm stellte zufrieden fest: „Das war gerade der schnellste Kilometer.“mitshirt

Es war kalt, es regnete, wir machten wieder Fotos und trotzdem war alles ganz anders als drei Stunden zuvor. Bamm-Bamm hatte zwei Original Ranuar-Shirts erschaffen, wir stießen mit Apfelschorle an und auf unseren Handy ploppten bereits die Glückwünsche auf.

Das war also ein Januar mit durchschnittlich etwa 16 Kilometer pro Tag. Aber es war eben nichts durchschnittlich, es waren 220 Kilometer in der letzten Woche, 90 davon in den letzten drei Tagen. Und es waren Millionen ungeahnter Augenblicke voller Zweifel, Zuversicht, Spannung und Freundschaft.
Yabba Dabba Doo! Yabba Dabba Doo!

VIGLi, 31. Januar 2022

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