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VIGLis Ehrenfeld-Block

Ich bin zugezogen. Von Bochum Stahlhausen ins Bochumer Ehrenfeld. Zwischen meiner alten und meiner neuen Adresse liegen 3,1 km, das ist nicht viel. Trotzdem hat sich mein Blickwinkel auf die Stadt sehr verändert. Nach 25 Jahren im Pott (vorher Berlin und München) waren manche Wege doch schon zur Routine geworden. Durch den Umzug betrachtete ich alles neu, die täglichen Wege waren andere. Meine Entdeckungen und Beobachtungen im Viertel Ehrenfeld innerhalb der ersten zwei Jahre nach dem Umzug, habe ich auf diesem virtuelllen Notizblock dokumentiert.

29. November 2015. Das Theater Total an der Königsallee 171 ist zugleich Ausbildungsstätte und Erlebnisort. Jedes Jahr aufs Neue werden die Zuschauer mit einem Stück überrascht, das die jungen Schauspieler selbst entwickelt haben. Dieses Jahr geht es unter dem Motto "Sturm und Strang" darum wie sich ein Lebensweg entwickeln kann.

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Wie entdeckt jeder seinen persönlichen roten Faden? Wo gibt es Türen, die zu durchschreiten sind, wo sind Barrieren, was macht Angst? Sehr eindrucksvoll stellen die Spieler mit Tanz, Musik, Spiel und fast ohne Sprache eine faszinierende Choreografie dar. Diesmal war ich mit drei Nachbarn aus dem Flüchtlingscamp an der Wohlfahrtstraße zu Gast. Wir hatten Freikarten bekommen. Einmal mehr zeigte sich dabei, dass Musik und Tanz international ist. Alle konnten die Geschichte genießen und waren beeindruckt von der Energie auf der Bühne! Für die Bewohner der Wohlfahrtstraße war es nicht weit, wir konnten zu Fuß dorthin gehen und die Jungs staunten schon vor dem Theater über den schönen Lichterkettenschmuck.2015 11 29 17.29.21kl

17.September 2015. Läufer brauchen Füße und Lust an der Bewegung.

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Eine gemeinsame Sprache kann, muss aber nicht sein. Oder kann sich während des Laufens allmählich entwickeln. Also ist Laufen die ideale Möglichkeit, um unterschiedliche Nationen miteinander bekannt zu machen. Außerdem sind viele Flüchtlinge in der  SItuation, dass sie zwar glücklicherweise den Krieg hinter sich gelassen haben, wo die Reise aber weiter hingeht noch unklar ist und vielfach Warten auf Anträge und deren Bearbeitung angesagt ist. Aber "warten" kann auch bedeuten: Da ist Zeit, etwas miteinander zu tun! In unserem Leistungsleben auf der Überholspur, kann die Begegnung mit Flüchtlingen, die noch um warme Mahlzeiten und etwas anzuziehen ringen, wunderbar entschleunigend wirken. Das habe ich bereits mehrfach so erlebt beim Helfen im Flüchtlingsbereich. Am nächsten gelegen zum Bochumer Ehrenfeld ist das Flüchtlingslager an der Wohlfahrtstraße. Das gehört schon zu Wiemelhausen, der Sportplatz an den Unterkünften gehört aber ohnehin dem DJK Teutonia Ehrenfeld (mit Geschäftststelle in der Meinolphusstraße gegenüber vom Schauspielhaus).

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Im Vereinsheim an der Wohlfahrtstraße finden schon beständig Begegnungen zwischen Flüchtlingen und Nachbarn statt. Montags gibt es ein ehrenamtlich organisiertes Cafe oder die Möglichkeit mit der Gruppe "Worldbeatmusic" mitzutrommeln. Und ab Dienstag 22 September wollen wir dort um 17:30 einen Lauftreff initiieren! Sportschuhe haben wir schon gesammelt und nun wird sich zeigen, ob sich der Funke der Begeisterung für den Laufsport auch weitertragen lässt. Es wäre doch wunderbar, wenn sich künftig dort ein Lauftreff etabliert an dem sich von Gambia bis Serbien, Ehrenfeld bis Bärendorf, jeder trifft, der Lust auf eine gemeinsame Runde hat. Wenn genügend Läufer da sind, könnte man auch eine langsame und eine schnellere Gruppe bilden.

29.Oktober 2015. Leben bis zuletzt ist das Motto des St Hildegard Hospiz an der Königsallee im Bochumer Ehrenfeld. Immer wieder fällt dort bei den Veranstaltungen auf, dass  das Lebendige im Vordergrund steht und keinesfalls das Sterben. Gerade im Angesicht der Begrenzungen kann der Mensch das Dasein vielleicht besonders genießen. Jedenfalls gibt es zur Zeit wegen des zwanzigjährigen Jubiläums des Hauses zahlreiche interessante Veranstaltungen dort. Eine davon ist die Bilderausstellung des Malers Christoph Lammert, die unter dem Titel  "Jenseits der Stille" noch bis zum 29. November jeweils von 9 bis 17 Uhr besichtigt werden kann. Wer das nötige Kleingeld besitzt, ist  herzlich eingeladen, Teile dieser prachtvollen Ausstellung zu erwerben. Das kommt sowohl dem Künstler als auch dem Hospiz zu Gute, aber ganz vor allem dem Käufer, der sich hinterher täglich an dem Werk erfreuen kann.

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Zur Vernissage Mitte Oktober war ich zugegen, erlebte einmal mehr ein lebensfrohes Publikum und sehr berührende Bilder. Die abstrakten Werke von Christoph Lammert bieten viel Raum für Phantasie und sind trotzdem niemals beliebig. Sie laden den Betrachter in stets neue Räume ein, erinnern mitunter an Landschaften ohne diese fest vorzugeben. Mit Titeln wie "oberhalb" oder "Passagen" gibt der Künstler auch sprachlich Denkanstöße, ohne einzuengen. Unbedingt sehenswert!

Und wer den Tag der offenen Tür im Hospiz am letzten Wochenende verpasst hat, sollte sich den beim nächsten Mal nicht entgehen lassen, ich habe noch nirgends einen derart umfangreichen Bücherflohmarkt erlebt bei dem sich richtig tolle Bücher zu einem Schnäppchenpreis erwerben lassen!

6. September 2015. Heute waren rings um meiine Wohnung alle Straßen gesperrt, auch die Königsallee. Herrlich, dass so etwas immer wieder möglich ist. Die Anwohner wurden schon lange im voraus informiert: Es ist Halbmarathon. Bochum läuft und feiert entlang der Strecke, die vom Ehrenfeld mitten in die Stadt führt.. Götlichhe Ruhe ohne diie Autos. Dafür gab es an vielen Straßenecken Trommelgruppen, Musik, Fanfaren. So ganz still wart es also doch nicht. Ich bin natürlich mitgelaufen. Eine Stunde 45 Minuten und 37 Sekunden habe ich dafür gebraucht, um drei Mal durch mein Viertel zu laufen. Nachdem ich letzte Woche noch im Karwendel unterwegs war, war das ein ganz besonderer Lauf. Klar, die schönen Berge und der blaue bayerische Himmel fehlten, aber dafür hatte ich ein Dauergrinsen im Gesicht, weil alle Nase lang ein Bekannter an der Strecke stand. Ein echtes Heimspiel.

Bittennichtparken

Spannend auch, was man dabei über seine Nachbarn lernt. Die einen sind wahrscheinlich verreist, um der Party aus dem Weg zu gehen, die anderen haben Boxen ins Fenster gestellt und unsere Füße mit Musik fliegen lassen. Besonders interessant: In der Farnstraße wohnen Sprachfreunde. Es gab nämlich so nette Schilder "Bitten nicht hier parken": Das "n" hatte sich da durch irgendeinen Fehlerteufel hinein geschmuggelt und nun sah  nicht gerade vorbildlich aus. In der Farnstraße ist irgend jemand mit dem Filzstift entlang gegangen und hat das "n" wieder übertüncht. Fand ich nett. Nach dem Halbmarathon waren die 10-Kilometer Läufer dran, da stand ich dann an der Ecke und habe applaudiert.

Unterdessen war ich gut gestärkt, denn zum Glück war der Matthias, Quartiermanager aus der Hustadt, mit seinem Cafe-Mobil vor Ort. Nebst Capucchino und Latte Machhiato hatte er sogar Tee im Angebot und wie immer ein nettes Gespräch. Zuletzt wurden dann noch die Bambinis auf die Strecke geschickt. Dank des herbstlichen Wetters blieben dann Fans und Läufer nicht allzu lange auf der Läufer-Party-Meile, aber insgesamt haben alle mit Regenschirm und guter Laune dem trübsinnigen Wetter getrotzt. Bochum eben.2015 09 06 12.43.16kl

11. Oktober 2015. Eine Abkürzung verkürzt die ursprüngliche Länge, zum Beispiel heißt es VRR statt Verkehrsverbund Rhein Ruhr. Schwieriger festzulegen ist es, was eine Abkürzung beim Laufen bedeutet. Klar, wer einen Marathon mitmacht und dann nach 38 Kilometern ins Ziel kommt, wie erst kürzlich an der Donau gescheihen, der hat den Wettbewerb verfälscht. Abkuerzung2Aber wer ganz einfach so für sich wandern geht oder spazieren, der kann im Grunde alles zusammenkürzen wie er möchte und sich sagen, dass das sein ursprünglicher Plan war, quasi den Abkürzungsgedanken wieder herauskürzen.  Wer jedoch gut ausgebaute Wege verlässt, um sich durch die Karpaten zu schlagen, gilt in der Regel auch ohne Wettkampf als Abkürzer.

Es scheint einen gewissen Drang zur Abkürzung zu geben, der sich im Bochumer Ehrenfeld ganz deutlich an der Ecke Springorum-Trasse/Waldring zeigt. Dort gibt es eine wunderbar angelegte Kreuzung, die einen stolperfreien Zugang per Rad oder zu Fuß auf den Trassenweg ermöglicht.

Aber unweit dieses schön angelegten Weges gibt es einen Trampelpfad. Vorher ist - von der Querenburger Straße kommend - eine Brücke, da kann man oder frau tatsächlich nicht seittlich ausweichen, ohne zu fliegen, aber kaum endet das Brückengeländer, scheint eine Mehrheit der Trassenläfuer eine so unbändige Sehnsucht nach dem Ehrenfeld zu packen, dass sie sich rechterhand in die Büsche schlagen. Obwohl dort zunächst sogar ein Holzstamm quer gelegt wurde, um den alten Trampelpfad zu blockieren, hat er sich längst wieder gebildet. Direkt gegenüber führt ein Fußweg zur Knepperstraße und damit auf direktem Weg zu Friederikaschule und Schauspielhaus. Auch ich verspüre jedesmal einen unbändigen Sog,  postwendend in diesen kleinen Fußweg einzubiegen, obwohl ich mich eigentlich nur zu Trainingsgründen auf der Trasse befinde. Ich renne also 20 Sportplatzrunden am Gymnasium und dann muss ich auf dem Rückweg auf einmal 200 Meter abkürzen? Ich komme von einem 20 km Ausflug zurück und empfinde dann einen kleinen Schlenker um die Rabatten als Umweg?

Abkuerzung1Mit Logik lässt sich das nicht erklären. Aber der Mensch tickt nicht immer logisch, das lässt sich anhand des kleinen Trampelpfads sehr gut erkennen. Ich glaube wir sollten ihn einfach akzeptieren, diesen schmalen, matschigen Durchgang, genau wie die Büsche, die sich längst damit abgefunden haben, diese Lücke freizulassen.

17. August 2015. Gehört der geologische Garten, dieser "Grand Canyon", eigentlich noch zum Ehrenfeld? Nein, zu Altenbochum, aber egal, jedenfalls ist er in der Nähe des Ehrenfeld und Sonntag haben wir ihm die Ehre erwiesen. "Wir", das waren die Stadtverwalter und weitere Künstler, die diesen etwas vergessenen Ort beleben wollten. Viele Bochumer kennen diesen hübschen Ort nämlich gar nicht.  Am Sonntag gab es Führungen entlang der Gesteinsschichten, Poesie, Theater, Bilder, Musik und sogar Kuchen und Kaffee und veganen Döner für das leibliche Wohl, obwohl alles unplugged, also ohne Strom stattfinden musste. Dabei hätten wir ganz leicht ein Wasserrad installieren können für die Stromversorgung - angesichts der Wassermassen, die der Himmel auf die Erde schüttete, wäre da die Energieerzeugung wohl kein Problem gewesen;-)

Aber auch so war jede Menge positive Energie im Park. Wer dorthin kam, war wirklich interessiert an den Künstlern und den Gesteinen, kam in Badelatschen oder Gummistiefeln und fügte mit seinem Regenschirm dem bunten Treiben einen weiteren Farbfleck hinzu. Das ganze war übrigens eine Non-Profit-Veranstaltung, alle Künstler haben ihne Gage und ohne Eintritt gearbeitet und der Kuchenverkauf ging an die Aktion Canchaburry.

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Meine Wanderbühne war umringt von Interessierten und ich habe tatsächlich zum ersten Mal im strömenden Regen gespielt. Aber da unser Stück über die Begegnung mit der Natur erzählte, konnten wir das kurze Stück ganz lebensnah modifizieren. Die Begegnung mit der Natur lässt sich eben mitunter nicht planen, sie ist wie sie ist, lebendig. Die Stimmung war insgesamt sehr gut,  das Publikum unverzagt und die Künstler halfen sich gegenseitig mit Plastikplanen und Zelten, um dem Regen zu trotzen. Die Stadtverwalter haben mit dieser Aktion  ihr fünfjähriges Bestehen sehr feucht-fröhlich gefeiert und keine Minute früher als geplant die Instrumente abgebaut. Ein unvergesslicher Tag. (Fotos R. Hölling, VIGLi)MusikimRegen

06. Oktober. 2015 Jetzt steht es fest: Wir treffen uns weiterhin jeden Dienstag um 18 Uhr an der Wohlfahrtstraße 47, um zu laufen. Wer nicht weiß, wo das ist, kann auch um 17:50 zur Aral-Tankstelle an der Königsallee kommen und wird dort von mir eingesammelt Aral Wir laufen eine Stunde, wobei sich bisher zwei Gruppen gebildet haben: Eine gemütliche und eine schnelle. Schnell heißt, dass wir auch Mal Fahrtspiele machen, einfach um die Wette rennen so lange wir wollen, aber keiner wird allein im Wald liegen gelassen. Wer mag kann sich auf englisch, deutsch oder arabisch unterhalten, wer nicht mag, läuft einfach schweigend mit. Unsere Gruppe ist bunt gemischt, Frauen, Männer, Flüchtlinge, Ehrenfelder, Jüngere und Ältere. es ist immer ein bisschen chaotisch, aber immer auch lustig, also traut Euch und macht einfach mit!

 

01. August. 2015. Pizza-Plätze gibt es einige im Ehrenfeld, ein besonders leckerer ist gerade neu entstanden. Direkt am Hans-Ehrenbergplatz, gegenüber von "Butterbrotbar" und "I am love" hat sich im ehemaligen Cafe von Simon ein Pizzabäcker der etwas anderen Art niedergelassen. Also keine Pizzeria, die auch Pommes und Döner im Angebot hat sondern nur Pizza, die dafür besonders lecker. Die Sitzplätze sind eher spartanisch, im Innenraum finden eventuell drei Gäste Platz, jedenfalls, wenn sie sich mögen, draußen sind es etwas mehr. Die Stühle sind aber nichts für Leute, die gerne gemütlich im Lehnstuhl versinken oder Rückenprobleme haben: Einfache Hocker, die Tische sind umfunktionierte Tonnen. Das Publikum ist deswegen jung oder jung geblieben, im Übrigen kann die Pizza auch mitgenommen werden. Der Teig ist dünn und knusprig, fast wie ein Flammkuchen.

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Die Speisekarte ist kurz und hängt nur im Innenraum aus, wo man auch die Bestellung aufgeben muss. Die Pizza wird stilvoll auf einem Holzbrett serviert, Besteck und Serviette unterliegt der Selbstbedienung. Die Preise bewegen sich zwischen 8 und 15 Euro. Alle Pizzas sind sehr groß und sehen sehr gut aus. Das beschert den Newcomern auch fortwährend neue Gäste, denn sobald dort jemand sitzt und so eine leckere Pizza vor sich hat, befinden die Vorübergehenden, dass sie das auch einmal probieren solltten.

Um die Wartezeit zu überbrücken, kann man sich übrigens an der Ehrenfelder Bücherbox mit Lesbarem versorgen. Aber meistens dauert es sowieso nicht lange bis man dort mit dem einen oder anderen ins Gespräch kommt.. Unbedingt zu empfehlen.

23. September 2015. Running with refugees. Ehrenfeld meets Wiemelhausen meets Eritrea.....

Gestern waren wir laufen. Erst in größerer Gruppe und dann haben T., ein Kumpel und ich richtig Gas gegeben. Anfangs haben wir uns unterhalten, abwechselnd in englisch und deutsch. T. ist aus Eritrea, er ist Lehrer und war ein Jahr lang unterwegs. Seit drei Monaten ist er in Deutschland und wird wohl bleiben. Mehr  habe ich nicht verstanden. Einige Gesprächsversuche scheiterten an den Vokabeln.  Wir können beide einiges in englisch, aber nicht unbedingt dasselbe, zudem klingt mein englisch deutsch und seins arabisch. Der gemeinsame Nenner bleibt das Laufen. Um die Wette rennen und aufeinander warten ist international. Es regnet in Strömen, wir schwitzen, wir rennen. Am Schluss verabreden wir uns für den nächsten Tag - dachte ich zumindest.

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Heute stand ich also wieder in Laufsachen im Flüchtlingscamp. Viele kennen mich schon, sie lächeln und grüßen. T. ist nicht da, ich frage nach ihm. Niemand weiß Bescheid, aber alle machen mir irgendwie Hoffnung. Ob ich mit ihr spielen möchte, fragt mich eine kleine Chinesin und nimmt dafür extra den Kaugummi aus dem Mund. "Ich möchte rennen", antworte ich. Sie nickt verständig. Vielleicht hat sie uns gestern schon beobachtet. Ein Teilnehmer unserer Laufgruppe vom Vortag winkt und verschwindet schnell im Haus. Ich muss an den Hund von meinem Kumpel denken, der versteckt sich auch immer, wenn er mich sieht, weil er keine Lust zu laufen hat.

A. kommt in Badelatschen angeschlendert. Er war der erste, als es neue Schuhe gab und dann gestern aber beim Lauftreff nicht dabei. "Running today!", ermuntere ich ihn. Er lässt sich überzeugen, verschwindet, um seine Sportsachen zu holen. Außerdem weiß er, wo T. wohnt. T tun heute die Beine ein bisschen weh, wir wären doch gestern zwei Stunden gelaufen, meint er. Das stimmt aber nur, wenn wir das Suchen der Sportsachen mitrechnen;-). Aber mein unermüdliches "Come on, training", überzeugt ihn dann doch.  Er schickt sich an, auch seine Sportschuhe zu holen. Zum Glück scheint die Sonne, ich muss also nicht im Regen warten.

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Ein älterer Herr kommt vorbei, er humpelt. Ich frage mich, wie er in diesem Gesundheitszustand eine Flucht überstanden haben kann. Ich grüße "Hello", er grinst verschmitzt und sagt nach kurzem Zögern "Guten Tag". Mein erstauntes Lachen freut ihn sichtlich. Auf diesem Hof eine Weile zu warten, macht wirklich Spaß, die Stimmung ist so freundlich und jeder nutzt die Gelegenheit, um seine Deutschkenntnisse anzubringen.

Endlich sind A. und T. startklar, wir laufen los. A. setzt sich seinen Walkman auf - sich beim Laufen zu unterhalten, scheint ihm fremd. Wenn wir abbiegen wollen, müssen wir ihn am Arm zupfen. Wir laufen zum Sportplatz, wo schon ein paar von meinen Trainingskameraden warten. Nach dem Aufwärmen gibt es Lauf-ABC und Sprints. T. wundert sich, was das für ein ABC ist. Er hat sich ja gerade erst mit dem deutschen Alphabet geplagt. Unser Trainer überlegt, was "Oberkörper"  oder "Hüfte" auf englisch heißt und macht dann einfach vor, was er meint. A. nimmt aber sogar den Stöpsel aus dem Ohr.

Dann kommen die 100-Meter-Sprints. wir sollen langsam starten und am Schluss so schnell werden wie wir können. A. explodiert nahezu, er ist der Schnellste von uns. Seine Kraft ist sein größter Besitz und endlich sieht es einmal jemand.  Er grinst mit seinem schokoladenbraunen Gesicht von einem Ohr zum anderen. Wir versuchen es nochmal und nochmal, wir werden alle immer schneller, wir fliegen über die Aschenbahn, wir grinsen, wir schwitzen. Wir brauchen keine Vokabeln mehr, nur noch unsere Füße. Wir sind den ganzen Alltagssorgen davon geflogen und sei es nur für ein paar Minuten.

I pick you up next week again. Ich hole Euch nächste Woche wieder ab. Yeah!

23.Juli 2015 Glücksspiel und Apotheke scheint auf den ersten Blick nicht ganz zusammen zu passen, aber im Bochumer Ehrenfeld gibt es diese Kombination: Die Spitzweg-Apotheke in der Drusenbergstraße bietet immer freitags von 16 bis 18 Uhr eine Rabattaktion, Es liegen 5 Würfel bereit und jeder Kunde darf einmal würfeln. Die Würfelzahl ergibt dann den Rabattwert, wobei fünf Mal eine Eins sogar 30 % Rabatt ergibt - das genaue Prozedere am Besten vor Ort erklären lassen. Ansonsten bekommt man natürlich auch Fragen rund um die Gesundheit beantwortet. Die Drusenberg-Apotheke hat auch einen eigenen Internetauftritt, wo man sich vorab informieren kann. Sehr fortschrittlich!

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