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VIGLis Stade-Blog

VIGLi schreibt in Stade: 2016 wurde ich mit einem Stipendium der Stiftung für Kultur und Geschichte in Stade ausgezeichnet ("Stader Uul"). Der Stipendiat erhält 3000 Euro und drei Monate lang freies Wohnrecht im historischen Pförtnerhaus an der Bremervörder Straße. Der Künstler soll durch diese Zuwendung frei von äußeren Zwängen, seiner künstlerischen Tätigkeit nachgehen können, er muss nicht über die Stadt schreiben. Ich habe aber in diesem Web-Tagebuch einige meiner Beobachtungen und Erlebnissen in der Hansestadt am Elbstrom festgehalten.

01. Juni 2016 Kurz vor Antritt meines Stipendiums habe ich mir noch vier Tage Urlaub im hohen Norden gegönnt: Ich habe mir in St Peter Ording den Westerherver Leuchtturm erradelt und das weitläufige Watt erwandert. Beeindruckend, diese unglaubliche Weite! Schon die Elbe erscheint mir immer riesig, aber die Nordsee liegt noch in einer ganz anderen Größenordnung. Auch Friedrichskoog habe ich besucht.

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Ein Koog ist durch Entwässerung gewonnenes Land. Friedrichskoog ist wikrlich eine allerletzte Landspitze vor den salzigen Wellen. Dort liegt eine bekannte Seehundstation, die sich um kranke oder mutterlose Seehunde kümmert. Einige Tiere leben auch dauerhaft in der Einrichtung und helfen dem Besucher, das Leben der Kegelrobben und Seehunde kennen zu lernen.

Außerdem gibt es in Friedrichskoog seit ein paar Jahren auch einen sogenannten Koogschreiber, der für vier Wochen im August dort in der Fischersiedlung wohnt und sich von diesem Deichvorland inspirieren lässt. 2016 erhält Simone Regina Adams das Koogschreiber-Stipendium. Ich lebe also in einem regelrechten Stadtschreiber-Dreieck.

6. Mai 2016. Als "Stadtschreiber" titulierte Stipendien für Künstler der schreibenden Zunft gibt es einige. Der Begriff ist ein bisschen irreführend, weil die Stadtschreiber nicht den Auftrag haben, über die Stadt zu schreiben. Vielmehr sind es Schriftsteller, die tatsächlich (was auch für Schriftsteller selten ist) einige Wochen und Monate nur dem Schreiben widmen. Auch wer gerne schreibt, braucht dafür schließlich Zeit.

Die Stadt und ihre Bewohner profitieren aber auch von dem Künstler indem er mit seinen Texten an die Öffentlichkeit geht und (hoffentlich) den ein oder anderen für das geschriebene Wort begeistert.

Nicht weit von meiner diesjährigen Sommerresidenz in Stade hat auch in Otterndorf wieder ein Stadtschreiber sein Amt angetreten. Der Afrika-erfahrene Rolf Ackermann arbeitet von Mai bis September im Gartenhaus am Süderwall. 2005 schrieb ich dort an meinem Roman "Nestel" (SalonLiteraturVerlag) und entwickelte mit meiner Lyrik eine wunderbare Zusammenarbeit mit Musikern vor Ort - und eine große Begeisterung für die nordische Landschaft überhaupt.AckermannundVIGLi

Auch 2016 liegt mit wieder daran, mit anderen Künstlern in Kontakt zu treten.

Gerade Lyrik gehört für mich sehr eng mit Musik zusammen.

Anfang Mai nutzte ich die Gelegenheit eines verlängerten Wochenende, um mich mit dem aktuellen Otterndorfer Stadtschreiber Rolf Ackermann bekannt zu machen. Wir plauderten von Stadtschreiber zu Stadtschreiber und atmeten dabei die gute Nordseeluft. Ich hoffe, dass es nicht bei diesem einen Besuch bleibt und ich auch Gelegenheit haben werde, eine Lesung von Rolf mitzuerleben und ihn in meinem Häuschen in Stade zu empfangen.

19. Mai 2016 Bevor ich meinen Hauptwohnsitz vorübergehend an die Elbe verlege, hatte ich mir noch eine intensive Besichtigung des Ruhrgebiets vorgenommen ;-):

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Entlang der lieben Ruhr bin ich im Rahmen der Veranstaltung  "Tortour de Ruhr" 100 km gelaufen, von Hagen nach Duisburg . Nach 12 Stunden und 5 Minuten war ich im Ziel. Es war ein wunderbarer Tag im Kreis meiner Freunde, an den ich mich sicher noch lange erinnern werde.

Einen Bericht zu dem sportlichen Tag gibt es hier:

http://www.vigli.de/index.php/sport/anderegipfel/65-sport/sport/243-vom-abenteuer-100-km-zu-laufen

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Nun freue ich mich auf die Laufstrecken in und um Stade und hoffe, dass ich auch im Norden viele sportbegeisterte Menschen kennen lerne, die mich bei meinem Training begleiten und mir die schönsten Strecken zeigen.

 

25. April 2016

Vor ziemlich genau einem Jahr war es so weit: Mit klopfendem Herzen fuhr ich zum Vorstellungsgespräch nach Stade.

Die Stiftung für Kultur und Geschichte hatte auf meine Bewerbung geantwortet und mir in Aussicht gestellt, dass ich das Stadtschreiberstipendium für 2016 erhalten könnte. Neben freiem Wohnrecht im historischen Pförtnerhaus in Stade für drei Monate, erhält der Stipendiat 3000 Euro. Damit soll dem Künstler ermöglicht werden,  frei von äußeren Zwängen, seiner künstlerischen Arbeit nachzugehen.Pfoertnerhaus in Stade

Im Vorfeld hatten meine Texte also offensichtlich schon überzeugt. Aber es muss auch passen zwischen Geldgeber und Stipendiat. Niemand will eine Arbeit fördern, die er nicht wirklich schätzt. Für den Künstler wiederum wäre es schrecklich, im Ort des Stipendums unter Ideenarmut und Schreibblockaden zu leiden, weil die Atmosphäre nicht passt.

Es hing also viel ab vom Vorstellungsgespräch und ich war entsprechend nervös.

Nachdem mich Dieter Kunze (Vorstand Stiftung Kultur und Geschichte) vom Bahnhof abgeholt hatte, verflüchtigte sich diese Anspannung aber sehr schnell und wich einem äußerst anregenden Gespräch. Eine Stunde redeten wir, besichtigten nebenher das Pförtnerhaus und waren mittendrin in vielen Plänen und Ideen. Erst als sich die Zugtüren wieder hinter mir schlossen, war ich wieder aufgeregt. Diesmal aber auf ganz andere Art und Weise, denn ich wusste: Für mich wäre das ein ganz wunderbarer Ort zum Schreiben.

Zwei endlose Wochen musste ich mich noch gedulden bis ich erfuhr, dass ich 2016 tatsächlich drei Monate in Stade leben würde! Ein Jahr Vorfreude!

Nun ist es bald so weit. Einerseits bin ich sehr froh, dort Ruhe für mein nächstes Buch zu finden. Andererseits bin ich auch sehr neugierig auf Land und Leute und bin sicher, dass sich  spannende neue Kontakte ergeben wie bei allen bisherigen Sipendien auch!Pfoertnerhaus1kl

Ab 19. Juni bin ich dann also wohnhaft im

Pförtnerhaus/Bremervörderstraße 77/ 21682 Stade

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